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Ortsteil Straßgräbchen

Das Bestehen Straßgräbchens, das seit Januar 2007 zur Stadt Bernsdorf gehört, läßt sich über mehr als 780 Jahre nachweisen. Als sich deutsche Bauern um 1200 hier niederließen, gründeten sie entweder ein völlig neues Dorf oder vergrößerten eine bereits bestehende sorbische Siedlung. Einiges deutet darauf hin, daß hier über einen längeren Zeitraum Deutsche und Sorben gemeinsam lebten.
Wie von vielen anderen Orten der Kamenzer Umgebung stammt die älteste, bekannte schriftliche Nachricht aus dem Jahre 1225. Die Zugehörigkeit Straßgräbchens zur Parochie Kamenz wurde darin urkundlich dokumentiert. Wie lange es zuvor bereits existierte, läßt sich aber nicht feststellen. Sicherlich gehörte es über längere Zeit zum Besitz der Herren von Vesta, die vermutlich um 1190 die Herren des Burgwards Kamenz wurden.
Die Nachkommen Bernhards des II. von Kamenz stifteten 1248 das Kloster Sankt Marienstern. Ihm wurden Rechte und Einnahmen übertragen, die vorher der Kamenzer Kirche zustanden. Auch die hiesigen Bauern zahlten von da an Zehnt an das Kloster der Zisterzienserinnen. Ihr Zinsregister, das um 1380 angelegt wurde, listete alle Orte und die Namen der Zins- und Zehntpflichtigen auf. Aus ihm ist ersichtlich, daß Straßgräbchen jährlich 22 Scheffel Korn als Zehnt von 23 Hufen zu liefern hatte. Daraus kann vermutet werden, daß ursprünglich 21 Hufengüter und ein Zweihufengut bestanden, die je einen Scheffel Korn als Zehnt an das Kloster abzugeben hatten. Nachweisbar ist, daß gegen Ende des 14. Jahrhunderts 18 Ganzhufen- und 10 Halbhufengüter im Ort existierten.
Nachdem verschiedene Adlige das Dorf bzw. Gut besaßen, ging es 1476 in den Besitz der Stadt Kamenz über. Bekanntlich fielen die Mitglieder des Sechsstädtebundes, zu dem Kamenz gehörte, 1547 bei ihrem Landesherren, dem König von Böhmen, nach der Schlacht von Mühlberg wegen angeblich oder tatsächlich verweigerter Gefolgschaft, in Ungnade.
Als Strafe ließ der König u. a. Güter der Städte konfiszieren. Kamenz verlor dabei Straßgräbchen.
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts übernahm die Familie von Ponickau die Herrschaft über den Ort. Das Bauernlegen begann und erreichte beträchtliche Ausmaße. Zwangsläufig führte das zu einer unerträglichen Ausweitung der Frondienste, was die Bauern schließlich 1620/21 zum Aufstand veranlaßte. Die Ponickaus ahndeten das mit entsprechenden Strafen. Einige Bauern flohen, bevor sie dem Gericht übergeben werden konnten, andere mußten "Buße leyden", wobei leider nicht überliefert ist, worin sie bestand. Zwei Bauern wurden des Dorfes verwiesen.
Bis zum Jahre 1660 ging der bäuerliche Besitz auf 14 Hufen zurück, während der herrschaftliche auf 9 Hufen anwuchs. Diese Entwicklung setzte sich bis zur Ablösung der Erbuntertänigkeit 1840 fort. Das bäuerliche Eigentum betrug nur noch 9 Hufen, das der Herrschaft 14 Hufen. En erneuter Versuch, sich der Willkür der Herrschaft zu widersetzen, führte 1791 zur Verurteilung von 13 Einwohnern zu Zuchthaus bzw. Gefängnisstrafen.
Die Bauern, die ihre Wirtschaft an die Herrschaft abtreten mußten, erhielten als Ersatz "Häuslernahrungen". Einigen der Häusler wurden Grundstücke nördlich des eigentlichen Dorfes nahe der Grenze zum Langen Holz angewiesen. David Grünberg und Hans Lehnick errichteten u. a. dort 1783 ihre Anwesen. Die Zahl der Häusler wuchs rasch an, es entstand ein neuer Dorfteil, für den sich die Bezeichnung "Grünberg" benannt nach dem ersten Bewohner diese Terrains, einbürgerte.
Nach dem Wiener Kongreß 1815 verlief die Staatsgrenze zwischen Sachsen und Preußen entlang der nördlichen Gemeindegrenze Straßgräbchens. Das hatte u. a. zur Folge, daß auf der Straße zwischen Königsbrück und Hoyerswerda im Jahre 1840 eine Poststation eingerichtet wurde, die kurze Zeit später den Namen "Waldhof" erhielt. Daraus entwickelte sich das heute als Waldhof bezeichnete Territorium, von dem ein Teil zu Straßgräbchen gehört.
Zur Zeit der Ablösung der Erbuntertänigkeit um 1840 bestand Straßgräbchen demzufolge aus der Gemeinde Straßgräbchen mit Grünberg und Waldhof sowie dem Rittergut.
Die weitere Entwicklung des Dorfes wurde wesentlich durch den Anschluß an das Eisenbahnetz beeinflußt. Am 01.02.1874 begann der Verkehr auf der Strecke zwischen Kamenz und Straßgräbchen bis Senftenberg. Ab 01. Mai jenes Jahres folgte offiziell die Verbindung bis Berlin. Auf die Fertigstellung der Strecke nach Schwepnitz, um über Königsbrück nach Dresden zu gelangen, mußten Bevölkerung und Wirtschaft noch bis 1934 warten.

Der Name Straßgräbchen ist slawischen Ursprungs und abgeleitet von Weißbuche.
laut Historischem Ortsverzeichnis (Leipzig 1957) von Karlheinz Blaschke:

1225 Grabowe
1383 Hungheregen Grabowe
1455 Mali Grobaw
1476 Cleine Grabichin
1566 Grebichen

Jahr Anzahl der Einwohner Quelle
1755 167 Gerichtsbuch Straßgräbchen 1747 bis 1756
1834 253 Hist. Ortsverzeichnis 1957 von K. Blaschke
1871 365 wie oben
1890 520 wie oben
1910 764 wie oben
1925 785 wie oben
1942 855 Landesfilialarchiv Bautzen
Akte 10629/2658
1947 1055 Kresisarchiv Kamenz Polizeisachen
1956 990 Statistisches Jahrbuch des Kreises
Kamenz 1959
1993 991 Unterlagen der Gemeinde
2001 803 wie oben
2004 794 wie oben
2006 764 wie oben

Wir danken dem Ortschronisten Herrn Fünfstück für den Beitrag zur Geschichte der Gemeinde Straßgräbchen und die freundliche Unterstützung und ebenso Herrn Seifert für die Zurverfügungstellung von Bildmaterial und Informationen.

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Leiterin Diplom- Sozialpädagogin Frau Katharina Sickora

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Bekanntmachung Abriss Verwaltungsgebäude
Maßnahme: Abbruch ehemaliges Verwaltungebäude "Glasspack"
Gesamtausgaben laut Zuwendungsbescheid: 179.706,57 EUR
bewilligte Zuwendungen: 161.735,91 EUR aus dem Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 - 2013
Bewilligungszeitraum: 09.10.2009-31.12.2010